Eine Mutter, die um den Verbleib der Schwangerschaft gebangt hat, ist zwar dann am Ende auf biologische Weise Mutter geworden. Doch ihre Sorge lebt weiter. Die Angst, das ersehnte Kind zu verlieren, kann durchaus bis zu dessen Erwachsenenalter andauern.

Das schlechte Gewissen, weil man erst nicht aus ganzem Herzen JA zu dem Kind gesagt hat, weil der Zeitpunkt der Schwangerschaft so vollkommen ungeplant war, legt sich nicht so einfach, nur weil man es ja doch zum guten Schluss auf die Welt gebracht hat und lieb hat.

Auch nicht erfolgreich verlaufene Schwangerschaften (Fehlgeburten, erfolglose künstliche Befruchtungen, medizinische Abbrüche, usw.) haben auf das Muttersein ihren Einfluss.
Ganz tief in uns spüren wir dies alles auch. Aber wie befreie ich mich aus dem emotionalen Sog vergangener Erfahrungen?

Unser „Zauberwort“ heißt Zuwendung. Wenn wir uns den beängstigenden Emotionen und Bildern zuwenden, statt vor ihnen davonzulaufen oder sie zu unterdrücken, bleiben sie stehen. Wir können verwundert wahrnehmen, dass sie uns nicht angreifen. Ja faszinierender Weise können wir uns ihnen manchmal sogar auf leichte und spielerische Art nähern. Wenn wir uns auf einen Kontakt mit unseren sogenannten Schattenanteilen einlassen, erfahren wir eine nie gefühlte Entlastung und Befreiung. Manche Klienten verfallen in eine andächtige Stille. Andere wiederum empfinden eine energetisierende Freude.

Das ist keine Wunderheilung. Wir hatten uns nur schon so sehr an das anstrengende Gefühl der Angst und Schuld gewöhnt, dass wir unser ureigenes Kerngefühl vollkommen vergessen haben.

Das größte Geschenk machen wir damit aber nicht nur uns, sondern auch unseren Kindern. Unsere Kinder sind feinfühlige Wesen, die genau darauf hören, wie es ihren Eltern, insbesondere der Mutter, geht. Die einen sind dann die Sonnenscheinchen, andere werden hyperaktiv oder sie ziehen sich in ihre Welt zurück, um niemanden zu belasten. Alles nur, um uns zu entlasten, glücklich zu machen, selbst wahrgenommen zu werden. Sind wir als Eltern aber mit uns im Reinen und innerlich frei, können sich unsere Kinder wieder ganz auf sich beziehen und ganz nach ihrem inneren Potential entwickeln.
Wir werden dann nicht nur aus biologischer Sich zur Mutter, sondern auch eine emotional erreichbare Mutter mit der Kraft der Urmutter in uns. Wir sind die nährende Quelle ohne selbst an Energie zu verlieren. Eine Kerze, die eine andere anzündet, verliert dadurch nichts an ihrer Helligkeit.

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Petra Becker und Britta Steinbach